Demokratie in Gefahr?

Meinungsfreiheit ist das höchste Gut einer Demokratie. In Deutschland besteht Meinungsfreiheit. Ebenso wird schon annähernd gebetsmühlenartig den Bürgern Toleranz gepredigt. Man müsse unbedingt tolerant sein und Rücksicht gegenüber anderen zeigen, die nicht dem „Mainstream“ entsprechen. Egal ob es sich um sexuelle Orientierung, religiöse Ansichten, die Figur oder sonstiges handelt. Um wirklich tolerant zu sein, werden sogar Gesetze verletzt, wenn es z. B. um das Schächten von Tieren geht. Das alles ist möglich. Warum ist es dann bei anderen Meinungen so schwierig, wirklich tolerant zu sein? Ist man vielleicht nicht so tolerant wie man vorgibt? Oder ist Toleranz nur wenigen Bestimmten vorbehalten? Für mich bedeutet Toleranz jedoch auch, dass man gegenüber anderen Meinungen tolerant sein sollte. Ich muss die andere Meinung nicht vertreten, ich kann sie, mit Verlaub, auch als Schwachsinn empfinden, jedoch sollte man sie nicht wenigstens tolerieren? Doch was passiert mit Menschen, die hier in unserer freien Gesellschaft mitten in Deutschland, ihre Meinung frei äußern?
Natürlich wird niemand, durch den Staat, erschossen, eingesperrt oder in ein Umerziehungslager gesteckt, darüber sind sich wohl alle einig. Wenn man sich jedoch den politischen Diskurs anschaut, bemerkt man, dass gerade die, die am meisten Toleranz fordern, am wenigsten aufbringen. Es ist beschämend, wenn sich führende Politiker in moralischer Erhabenheit an die Öffentlichkeit wenden, zeitgleich jedoch Andersdenkende und vor allem Meinungen die nicht der Political Correctness entsprechen, stigmatisieren. So sind sich unsere Regierungsvertreter nicht zu schade, auch mal die gute Kinderstube zu vergessen. Vor allem wenn es um andere Meinungen in der Flüchtlingsfrage geht. Es wird öffentlich in Medien, von Bodensatz, Dumpfbacken, Idioten, nicht normalen Menschen, Nazis, Rassisten, ewig gestrigen usw. gesprochen. Rechtschaffene Bürger, die dieser politischen Elite erst ermöglichen, zu leben wie die Made im Speckmantel, werden von einem Herrn Tauber (CDU) auf Facebook sogar als „Arschloch“ betitelt. Die Grünen, SPD, deren Jugendorganisationen sowie Die Linke schließen sich dem Schwarzen Block an. Keiner von denen muss sich dafür rechtfertigen oder entschuldigen, wenn er einer Demo folgt mit Transparenten wie:
„Deutschland verrecke“ oder „Deutschland du mieses Stück Scheiße“.
Gleichzeitig werden Gastronomen von Politikern dieser Parteien kontaktiert und aufgefordert, Politikern von der AfD keine Räumlichkeiten zu vermieten, da sie sonst zu Protesten aufrufen und mit existenziellen Konsequenzen drohen. Elefantenrunden zu den Landtagswahlen werden boykottiert. Es werden AfD Büros und Stände angegriffen, selbst vor Privateigentum oder gar der persönlichen Unversehrtheit wird nichtmehr zurückgeschreckt. Mittlerweile wird sogar auf Plakatierer geschossen! Mitten unter uns in unserem freien Deutschland! In diesen Fällen sehen die Medien nicht einmal den Anlass dafür, eine Talkshow darüber abzuhalten.
Diese Art des politischen Diskurses erinnert mich an Zeiten der Weimarer Republik! Diese Menschen dauerhaft in das gesellschaftliche und soziale Abseits zu stellen ist nicht der richtige Weg. Es geschieht eine pauschale Verurteilung, jedoch in anderen Bereichen wird immer zur Differenziertheit aufgerufen. Wieder etwas, was man den Menschen abverlangt aber selbst, anscheinend nicht für nötig hält.
Sprache, Diskussion, Auseinandersetzung und vor allem auch die hochgelobte Toleranz wären Möglichkeiten, die man nutzen könnte!
„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus».“
Ignazio Silone
Ich sage nur, wehret den Anfängen!

Kathrin Filser
Garmisch-Partenkirchen