Islam – Islamismus – Salafismus

Bericht über den Diskussionsabend des AfD-Kreisverbandes am 11.Februar 2016

Der Islam – eine Weltreligion mit verschiedenen Gesichtern
Zum zweiten Mal innerhalb eines Jahres widmete die hiesige AfD dem Islam einen Abend mit dem Ziel, für mehr Kenntnisse und ein besseres Verstehen dieser Weltreligion zu sorgen. Die Verantwortlichen des Kreisverbandes trugen damit der gegenwärtigen Entwicklung Rechnung, dass zusammen mit der Zuwanderungsproblematik auch die Religion der meisten Zuwanderer in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses gerückt ist.
Nach Begrüßung durch die Kreisverbandsvorsitzende Frau Edeltraud Schwarz und einer kurzen Einführung in das Thema durch das Grainauer AfD-Mitglied Germut Bielitz übernahm Markus Wagner, Lehrer an einer Fachoberschule auch für das Fach Ethik zuständig, das Wort. „Für das Verständnis des Islam ist es wichtig, die Entstehungsgeschichte dieser Weltreligion zu kennen“, begann er seinen PowerPoint-Vortrag und versetzte die knapp 30 Zuhörer zurück in das Jahr 613, in dem Mohammed sein Wirken in Mekka begann. Von dem Aufstieg Mohammeds zum geistigen und politischen Führer über die Ausbreitung und das goldene Zeitalter des Islam bis zur erfolglosen Belagerung Wiens, dem allmählichen Zerfall und schließlich dem Untergang des Osmanischen Reiches 1922 ging die Zeitreise. Auch die Aufteilung des Islam in verschiedene Glaubensrichtungen, beginnend im Jahr 661 mit der bis heute andauernden Spaltung zwischen Sunniten und Schiiten, wurde erläutert. Nach diesem historischen Rückblick konzentrierte sich das Referat auf die heutigen Erscheinungsformen, insbesondere den Islamismus und Salafismus, die in einem deutlichen Unterschied zu dem gemäßigten Islam stehen.
In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, wie unterschiedlich die muslimische von einer christlich/westlich geprägten Sichtweise ist. Während der Islam entsprechend seiner Entstehungsgeschichte von einer Einheit der geistigen und politischen Macht ausgeht, ist im Westen eine Trennung von kirchlicher und weltlicher Macht selbstverständlich geworden. Dies verdeutlicht neben vielen anderen kulturellen Unterschieden den Schwierigkeitsgrad, dem sich muslimische Zuwanderer bei der gewünschten Integration in die deutsche Gesellschaft gegenübersehen. Welche grundlegende Umstellung die Integration beinhaltet, wurde durch einen Hinweis aus dem Zuhörerkreis veranschaulicht: „Was Katholizismus bedeutet, lernt man am besten in Rom. Was Islam wirklich bedeutet, lernt man nicht am besten bei dem Imam von Penzberg, sondern im Zentrum des Islam, in Mekka bei den Wahabiten.“ In den zahlreichen Gesprächsrunden im Anschluss an diesen Informationsabend stand die Frage im Mittelpunkt, ob und wie die Integration der muslimischen Zuwanderer am besten gelingen könnte.